VDI Netzwerk Nachhaltigkeit und Recycling
Der Klimawandel zwingt uns zum Umdenken, insbesondere im Umgang mit den knappen Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen. Wir müssen verstärkt darauf achten, wie wir diese Ressourcen sinnvoll und nachhaltig nutzen können – gerade im Kunststoffbereich. Das bedeutet, dass wir das Zeitalter des Erneuerbaren Kohlenstoffes einleiten müssen und uns von den fossilen Ausgangsstoffen Zeitalter verabschieden sollten.
Auch in den Verarbeitungsprozessen müssen wir verstärkt auf Effizienz setzen, sowohl in Bezug auf ressourcenschonende Prozesse als auch auf Automatisierungstechnologien. Nur so können wir optimistisch in die Zukunft blicken.
Es gibt bereits viele Akteure, die intensiv an dieser Transformation arbeiten, und ihr Wissen wird innerhalb des VDI weitergegeben, um ein optimistisches Umdenken zu fördern.
Letzte Veranstaltungen:
Chemisches Recycling im Fokus: Innovative Wege für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft
Dr. Arno Maurer (OST – Ostschweizer Fachhochschule) referierte über die Bedeutung des chemischen Recyclings als wichtigen Baustein für Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. Dabei erläuterte er verständlich und praxisnah die Grundlagen, den aktuellen Stand der Technik sowie regulatorische Entwicklungen und zukünftige Herausforderungen.
Der Referent erklärte den fast 40 Webinar-Teilnehmern die komplexen Zusammenhänge mit hoher Fachkompetenz und ergänzte diese mit praxisnahen Beispielen. Mit seinem klaren und anschaulichen Vortragsstil gelang es ihm, die Zuhörer mitzunehmen und zum Nachdenken anzuregen.
Im Mittelpunkt standen die Chancen des chemischen Recyclings zur Verwertung komplexer oder verschmutzter Kunststoffabfälle und zur Rückgewinnung hochwertiger Rohstoffe. Gleichzeitig wurden Themen wie Energiebedarf, Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit offen diskutiert.
Im Anschluss entwickelte sich eine interessante Diskussion mit vielen fundierten Fragen aus dem Publikum. Die Teilnehmenden brachten sich engagiert ein und zeigten großes Interesse an den vorgestellten Lösungen und Entwicklungen. Insgesamt war es eine informative und gelungene Veranstaltung mit einem lebendigen fachlichen Austausch. Wir bedanken uns bei Dr. Arno Maurer für diese wertvollen Einblicke, sowie bei René Bethmann für die gelungene Moderation.
Folienrecycling - Rezyklatqualität entlang der kompletten Prozesskette optimieren
Effizientes Folienrecycling im Fokus: Optimierung der Rezyklatqualität entlang der gesamten Prozesskette
Dr.-Ing. Felix Baumgärtner (Coperion) zeigte beim online-Vortrag am 22. April praxisnah, wie sich die Qualität von Kunststoffrezyklaten entlang der gesamten Prozesskette gezielt verbessern lässt.
Im Fokus standen die ganzheitliche Betrachtung der Wertschöpfungskette, Einsparpotenziale durch einstufige Recyclingprozesse sowie die Verbesserung der Rezyklatqualität durch die Reduzierung des Gel-Gehalts. Der technisch anspruchsvolle Vortrag richtete sich insbesondere an Ingenieurinnen und Ingenieure.
Die Veranstaltung stieß auf großes Interesse und unterstrich die Relevanz effizienter Recyclingprozesse im Kontext einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Wir bedanken uns beim Referenten, bei der Firma Coperion, sowie bei René Bethmann und Thomas Oberlaender, die diesen Vortrag im Netzwerk Nachhaltigkeit und Recycling ermöglicht haben.
Ökobilanz von Kunststoffen – Einblicke aus unserem Online-Vortrag
Februar 2025
Mit 70 begeisterten Teilnehmer:innen haben wir letzte Woche im Rahmen des Vortrags „Ökobilanz – Hintergrund und Stand des Wissens am Beispiel der Kunststoffe“ spannende Erkenntnisse diskutiert. Ein großes Dankeschön an Dr.-Ing. Sebastian Spierling (IKK - Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik) und an René Bethmann (Fachnetzwerkleiter Nachhaltigkeit und Recycling)!
Was macht den Unterschied?
- Fossile Kunststoffe, Bio-Kunststoffe und Rezyklate im Vergleich – von der Produktion bis zur Entsorgung
- Bewertung nach ISO 14040/44: Energieverbrauch, Emissionen, Ressourcenverbrauch
- Ökodesign, Materialeinsparung und Materialwechsel können die Ökobilanz deutlich verbessern
- Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen bedarf einer detaillierten Bewertung der einzelnen Optionen
Die Vielfalt der Anwendungen spiegelte sich auch in der lebhaften Diskussion wider – viele Fragen, viele Perspektiven! Danke an alle, die dabei waren!
Plastics Europe: Warum zirkuläre Geschäftsmodelle die Zukunft sind!
„Treiber der Kreislaufwirtschaft für eine zukunftsfähige Kunststoffindustrie"
Beim online-Vortrag im November 2024 erklärte Dr. Alexander Kronimus von Plastics Europe wie die Transformation zur Kreislaufwirtschaft im Kunststoffbereich gelingen kann.
Als Wegweiser hat Plastics Europe die Transition Roadmap veröffentlicht, die Maßnahmen für die Erreichung eines klimaneutralen europäischen Kunststoffsystems bis 2050 aufzeigt. Hierfür ist ein Bündel aus Maßnahmen und Technologien erforderlich, um den Ressourceneinsatz zu verringern, Produkte zirkulärer zu gestalten, Abfälle vermehrt im Kreislauf zu führen und die Rohstoffgrundlage auf eine nicht-fossile Grundlage zu stellen. Technologische Entwicklungen sind in der Produktion und für die Abfallverwertung erforderlich, beispielsweise die Weiterentwicklung mechanischen Recyclings und dessen Ergänzung durch das chemische Recycling. Darüber ist die Digitalisierung in den Bereichen Produktdesign, Produktnachverfolgung und End-of-Life unverzichtbar. Ziel einer Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen ist nicht ausschließlich Klimaschutz, sondern darüber hinaus die Einhaltung der planetaren Grenzen. Mit geeigneten Modellierungsansätzen kann evaluiert werden, inwieweit kreislaufwirtschaftliche Maßnahmen auf globaler Ebene zur Einhaltung der planetaren Grenzen beitragen.
Die Ära des Erneuerbaren Kohlenstoffs: Wege zur Defossilisierung im Kunststoffbereich
Donnerstag, 14. März 2024 12:30 - 13:30 online
Referent: René Bethmann
Senior Innovationsmanager
Referent VAUDE Academy für nachhaltiges Wirtschaften
Kunststoffe stehen aktuell im Fokus von Nachhaltigkeitsdiskussionen. Oft lösen sie negative Assoziationen aus, besonders bei Verbrauchern und Umweltorganisationen. Bisher bestehen die meisten Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen, was nicht nur negative Umweltauswirkungen zur Folge hat, sondern auch politische Probleme aufwirft.
Der Vortrag beleuchtete das Konzept des Erneuerbaren Kohlenstoffs und präsentierte anhand konkreter Beispiele Lösungsansätze, die verdeutlichen, dass eine Umsetzung möglich und effektiv ist.
Lösungen existieren bereits, sie müssen nur erkannt und umgesetzt werden.